Markus beer und die volksvertreter

Wer wir sind

Markus Beer und die Volksvertreter sind Jungs aus der Provinz. Wer noch denkt, dort sammeln sich nur ewig Gestrige, erzkonservative CSU-Stammtischler und rotbackige Goaßmaßsäufer, war wahrscheinlich überhaupt noch nie da und könnte einen Blick auf dieses bairisch textende Rock-Quartett aus der niederbayerischen Provinzhauptstadt Landshut riskieren. Die Band um Sänger, Gitarrist und Songschreiber Markus Beer kommt einem dann vielleicht überraschend weltoffen und selbstironisch vor, nicht viel anders als all die musizierenden Großstädter in ihrem Alter. Und Markus muss es wissen, schließlich brach auch der 23-Jährige im Herbst 2007 nach hingeschmissenem Studium nach Berlin auf, um der Enge der Provinz zu entfliehen und den Großstadthype der unbegrenzten musikalischen Möglichkeiten zu genießen. Letztendlich landete er doch wieder beim Konzert der Biermösl Blosn im Berliner Ensemble und der Gedanke war endlich reif: er muss bairisch singen. Markus: Nachdem wir wie wahrscheinlich alle jungen Bands mit Englisch angefangen hatten, war der nächste Schritt, auf Deutsch zu texten. Aber genauso wenig wie wir Amis sind, sprechen wir hochdeutsch (das merkt man als Bayer vor allem in Berlin...), deswegen BOARISCH! Die nächsten Monate schloss Markus sich in seine Neuköllner Bude ein und schrieb beeinflusst von 70s-Westcoast- Rock, 80s-Power-Pop und Ludwig Thoma einen Haufen bairischer Songs genährt von den Erinnerungen an die Heimat, weniger die sentimentalen als die skurrilen, auch wenn die oide liab, die wia gliarads Hoiz immer wieder aufflammt, im kalten Neuköllner Winter doch besonders wärmt. Mit einer Vorliebe für alles Groteske findet er die Themen für seine Lieder in seiner Umwelt: Ich mag spezifische Texte über einfache Dinge. Ich kenne keinen Krieg, leide keinen Hunger und deshalb sing ich auch nicht drüber. Wenn man als junge Band anfängt, singt man meistens über Probleme, die man nicht wirklich hat - und wenn, dann völlig überdramatisiert. Auf Englisch dann meistens, damit keiner merkt, was für einen Scheiß man überhaupt singt. Auf Deutsch schwenkt man dann um, weil man irgendwann merkt, dass der amerikanische oder internationale Musikmarkt (was natürlich bis dahin das Argument für englische Texte war - weil wenn man dann groß rauskommt, sollen sie einen ja auch überall verstehen) nicht gerade auf schlechte englische Texte von deutschen Jugendlichen schielt, und im Dialekt singt man dann, wenn man wirklich cool ist. Zurück in Landshut sind diese Neuköllner Geschichten und Songs jetzt der Kern von Markus Beer und die Volksvertreter, die angelegt an amerikanische Bands wie Tom Petty & The Heartbreakers, Creedence Clearwater Revival oder Van Halen songorientiert Markus Texte umrahmt. Mit Bassist Kilian, dem Organisten Martin und dem Drummer Flo bildet Markus eine Band, die nichts anbrennen lässt: Meine Band soll Spaß vermitteln - ich will, dass die Leute was für ihr Geld bekommen, das sie am Eingang hinblättern, und dass sie nicht irgendeinem verwöhntes Söhnchen beim Heulen zuhören müssen. Auf Da Danzbon Gliad haben die Volksvertreter ihre sozialen Fallstudien und Geschichten von Heimweh und Schuibuamromantik an einem Wochenende live in die Mikros gejagt. Die Demo-EP enthält sechs Songs mit sarkastischen bis naiv-romantischen bairischen Texten, bei denen der Dialekt nie zum Selbstzweck wird. Markus Beer und die Volksvertreter singen einfach auf bairisch, weil es ihre Sprache ist, und erzählen Geschichten aus Bayern, weil sie dort nun mal leben.